18. November 2011

Der Märchenkini im Tierheim

Anlässlich des 125. Todestages von König Ludwig II, hatte das Garmischer Tierheim zum Vortrag „Der Märchenkönig – Traum, Wirklichkeit und Technik“ eingeladen. Die Frage, was König Ludwig und ein Tierheim verbindet, beantwortete die Vorsitzende des Tierschutzvereins, Tessy Lödermann, gleich zu Beginn der Veranstaltung: „Ludwig II liebte unsere Berge, er hatte oft Salz für das Almvieh dabei, lies alle seine Pferde portraitieren und verbot die Hofjagd“. Auch habe seine königliche Hoheit, Herzog Franz von Bayern nicht nur die Schirmherrschaft für das Hundehaus übernommen sondern auch seinen Hund aus der Einrichtung in der Schmalenau.

Dr. Hugo Ziegler, ein ausgewiesener Kenner des Märchenkönigs und seiner Zeit begeisterte mit seinem sehr informativen, aber auch unterhaltsamen Vortrag die zahlreichen Besucher. Auch anhand von Bildern schilderte er die Kindheit und Jugend des 1845 geborenen Ludwig, seine Erziehung und die frühe Begeisterung für Natur Musik, Theater und den häufigen Rückzug in die Welt der Fantasie. Viel zu früh, mit 18 Jahren, wurde er König von Bayern. Der Referent legte an einer ganzen Reihe von Beispielen dar, dass Ludwig II als Regent immer unterschätzt wurde, tatsächlich aber auch ein umsichtiger und weitblickender Staatsmann war. Seine besondere Liebe gehörte neben der Musik und Kunst der Technik. Dr. Ziegler, der selbst an der von Ludwig II errichteten Polytechnischen Hochschule in München studiert hatte, zeigte beeindruckende Beispiele der für die damalige Zeit visionären technischen Projekte, die belegen, dass der König seiner Zeit weit voraus war. So steckt hinter der Fassade von Schloss Neuschwanstein, modernste Stahlkonstruktionen und für die damalige Zeit modernste Technik, wie eine Heißluft-Zentralheizung, fließendes Kalt- und Warmwasser und die ersten Telefonanschlüsse Bayerns. In Linderhof entstand das erste bayerische Elektrizitätskraftwerk. Ludwig II träumte auch den Traum vom Fliegen und liess hierzu Konstruktionen erstellen. Einen "größenwahnsinnigen Träumer und Spinner" nannte man ihn, erklärte ihn für verrückt und lies ihn entmündigen. Heute wissen wir, dass er nur seiner Zeit weit voraus war, ein Visionär und Pionier. Seinen Vortrag schloss Dr. Ziegler mit der Feststellung, dass Bayern Ludwig II viel zu verdanken hat. Nicht nur seine wunderbaren Schlösser, die Millionen Menschen jedes Jahr besuchen. Der König legte auch den Grundstein für viele technische Entwicklungen und viele Menschen verehren ihn heute noch als den Märchenkönig.

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Nach lang anhaltendem Beifall versteigert Dr. Ziegler noch ein Pastell, das Ludwig II in jungen Jahren zeigt. Es wurde extra für den Abend von der Künstlerin Angelika Adam gemalt und erbrachte einen Erlös von 400.-- Euro für das Tierheim.

Bildunterschrift
Von links nach rechts:
Tessy Lödermann, Angelika Adam, Dr. Hugo Ziegler mit dem Bild König Ludwigs

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